Raumpflegerin aus Leidenschaft

Hallo Mädels, ist es bei Euch nicht auch so? Das Personal ist einfach nicht mehr dasselbe wie früher. Hollywood zeigt uns gerne glückliche Menschen, die in herrschaftlichen Häusern ganze Heerscharen herumkommandieren. Wir hingegen sitzen alleine daheim und was auch immer wir fallen lassen bleibt dummerweise genau dort liegen, wo es hinfällt. Zumindest solange, bis man sich entscheidet, die Raumpflegerin in sich selbst zu motivieren und aufzuräumen.

Hotel Mama

Vorbei sind die Zeiten, in denen die Mutter die Hausarbeit erledigt hat. Auch wenn sie berufstätig war und immer wieder angemeldet hat, dass man sich früher oder später in den Haushalt einbringen müsse, hat sie doch den Großteil der Wohnung in Schuss gehalten. In Kindheit und Jugend gab es zwei Zonen in der Wohnung. Mein Zimmer und den Rest. Bei mir regierte das Chaos. Wollte ich einmal etwas Ordnung erleben, dann musste ich nur vor die Türe gehen.

Ausgecheckt

Dummerweise nabelt man sich im Laufe des Lebens irgendwann ab. Das beinhaltet auch, dass man von daheim auszieht. Das kommt in etwa der Kündigung Deiner Raumpflegerin nahe. Plötzlich muss man sich um seinen Dreck selbst kümmern. Nach einer Eingewöhnungsphase, in der man die Arbeiten rund um Aufräumen und Putzen hasst kommt schließlich die Phase in der man sich damit abfindet. Man hasst den Job als Raupflegerin immer noch, aber man hat es aufgegeben.

Leidenschaft

Leidenschaft hat viel mit Leiden zu tun. So ähnlich läuft das bei mir, wenn ich mich als Raumpflegerin aus Leidenschaft bezeichne. Ja, ich leide, wenn ich Aufräumen muss. Dummerweise hat es auch wenig Sinn sich gute Vorsätze vorzunehmen. Dinge gleich wieder zurück an ihren Platz bringen wäre vielleicht ein Teil der Lösung. In meinem Fall ist es allerdings ein weiteres Problem, statt einer Lösung.

Nebenjob Raumpflegerin

Man muss sich als Erwachsene damit abfinden, dass die Raumpflegerin als alter ego in der Brust schlummert. Sie aufzuwecken und zum Dienst zu rufen ist nicht immer leicht, aber eine dringende Notwendigkeit. Zwar kann man vielleicht auch als Messie etwas verdienen, indem man ein Fernsehteam und eine Psychologin die Wohnung lässt. Alle paar Jahre könnte man so einen Rückfall vortäuschen und ein Team aus Freiwilligen, die der Fernsehsender schickt, endlich mal den Müll runterbringen lassen. In großen Containern wird der Ballast der letzten 3 Jahre abtransportiert und kann auf der Müllkippe weiter vor sich hin gammeln.

Unrealistisch

Dieser Lebensstil erscheint mir dann doch etwas zu krass. Es bleibt mir wohl nichts übrig, als meine Liebe zur Tätigkeit als Raumpflegerin zu suchen. Kleine Belohnungen können dabei unglaublich motivierend wirken. Sitze ich also mit einem großen Becher Eis und einer Schachtel Pralinen auf der Couch, dann kann man annehmen, dass ich wieder einmal die Wohnung aufgeräumt habe. Nur wie belohne ich mich dann für das wegräumen des leeren Bechers und der leeren Pralinenschachtel?

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