Gesundheit

Perimenopause: Symptome beginnen oft früher als gedacht

Perimenopause: Symptome beginnen oft früher als gedacht auf blogtante.de

Irgendwann zwischen Beruf, Familie, zu wenig Schlaf und der Erkenntnis, dass man plötzlich erstaunlich viele Menschen kennt, die eine Lesebrille besitzen, verändert sich etwas. Die Periode kommt ein paar Tage früher. Im nächsten Monat später. Nachts ist einem plötzlich viel zu warm. Man schläft schlechter, vergisst mitten im Satz, was man eigentlich erzählen wollte, und fragt sich gelegentlich, warum einen Dinge aufregen, die früher völlig egal waren. Wechseljahre? Dafür bin ich doch noch viel zu jung. Genau dieser Gedanke sorgt dafür, dass die Perimenopause häufig erstaunlich lange unerkannt bleibt.

Die Wechseljahre beginnen nicht mit der letzten Periode

Umgangssprachlich benutzen wir Wechseljahre und Menopause gern als Synonyme. Medizinisch ist das nicht dasselbe. Die Menopause bezeichnet den Zeitpunkt der letzten Regelblutung und lässt sich erst rückblickend feststellen: Wenn zwölf Monate lang keine Periode mehr aufgetreten ist, gilt die Menopause als erreicht. Die Jahre davor werden als menopausaler Übergang oder Perimenopause bezeichnet. In dieser Phase verändern und schwanken die Hormonspiegel bereits, obwohl weiterhin Blutungen auftreten können.

Die ersten Veränderungen können schon in den Vierzigern auftauchen

Viele Frauen verbinden Wechseljahre gedanklich mit Mitte 50. Tatsächlich kann die hormonelle Übergangsphase schon wesentlich früher beginnen. ACOG beschreibt Veränderungen der Eierstockhormone bereits während der Dreißiger und Vierziger, typische Beschwerden treten jedoch besonders häufig in den Vierzigern auf. Der NHS ordnet Menopause und Perimenopause überwiegend in den Zeitraum zwischen 45 und 55 Jahren ein, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass sie früher auftreten können.

Deshalb fühlt sich Perimenopause zunächst oft nach etwas anderem an

Mit 43 schlechter zu schlafen, erscheint nicht besonders verdächtig. Schließlich gibt es genügend andere Erklärungen. Stress. Kinder. Arbeit. Das Handy im Bett. Zu viel Kaffee. Zu wenig Bewegung. Zu viel Bewegung. Ein Partner, der schnarcht.

Ähnlich sieht es mit Stimmungsschwankungen, Konzentrationsproblemen oder Erschöpfung aus. Kaum jemand wacht morgens auf und denkt: Meine Eierstockfunktion verändert sich offenbar gerade.

Viele mögliche Beschwerden sind unspezifisch. Deshalb sollte auch nicht jedes körperliche oder psychische Problem ab 40 automatisch den Hormonen zugeschrieben werden. Die Perimenopause kann eine Erklärung sein. Sie ist nicht die einzige.

Die Periode ist häufig der deutlichste Hinweis

Eines der häufigsten frühen Zeichen sind Veränderungen des Menstruationszyklus. Abstände zwischen den Blutungen können länger oder kürzer werden, Perioden ausfallen und die Blutungsstärke sich verändern. Manche Frauen haben plötzlich stärkere Blutungen, andere deutlich schwächere. Auch die Dauer kann schwanken. Genau diese Veränderungen beschreibt ACOG als typisches Merkmal der Perimenopause.

Unregelmäßig bedeutet allerdings nicht automatisch harmlos

Gerade weil Blutungsveränderungen während der Perimenopause häufig sind, besteht die Gefahr, ungewöhnliche Blutungen einfach darauf zu schieben. Das sollte man nicht grundsätzlich tun. Blutungen zwischen den Perioden, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr oder andere auffällige Veränderungen gehören ärztlich abgeklärt. Nach zwölf Monaten ohne Regelblutung sollte jede erneute vaginale Blutung untersucht werden.

Hitzewallungen sind berühmt, aber keineswegs Pflicht

Wenn Filme Wechseljahre darstellen, steht meistens eine Frau plötzlich am geöffneten Kühlschrank und fächelt sich Luft zu. Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche gehören tatsächlich zu den klassischen Beschwerden des menopausalen Übergangs. Sie sind aber keineswegs garantiert. Manche Frauen haben sie stark, andere nur gelegentlich und einige überhaupt nicht.

Schlafprobleme können viel subtiler sein

Nicht jede Frau wacht schweißgebadet auf. Manchmal besteht die Veränderung schlicht darin, dass Schlaf plötzlich schwieriger wird.

Einschlafen dauert länger.

Man wacht nachts häufiger auf.

Um vier Uhr morgens ist das Gehirn plötzlich der Meinung, jetzt wäre ein hervorragender Zeitpunkt, sämtliche Probleme des Lebens zu analysieren.

Schlafprobleme gehören zu den anerkannten Beschwerden der Perimenopause und können zusätzlich durch nächtliche Hitzewallungen verstärkt werden. Schlechter Schlaf wiederum beeinflusst Stimmung, Konzentration und Belastbarkeit.

Brain Fog ist kein medizinischer Fachbegriff für Dummwerden

Ein Name fällt einem nicht ein. Man geht in die Küche und weiß dort nicht mehr, was man wollte. Beim Arbeiten springt die Konzentration schneller weg.

Viele Frauen beschreiben während des menopausalen Übergangs solche Probleme mit Erinnerung oder Konzentration als „Brain Fog“. Offizielle Gesundheitsinformationen führen Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme tatsächlich unter den möglichen Beschwerden auf. Gleichzeitig können natürlich auch Schlafmangel, Stress, Depressionen, Medikamente oder andere Erkrankungen Konzentrationsprobleme verursachen.

Stimmungsschwankungen sind ebenfalls mehr als ein Klischee

Die Vorstellung von der plötzlich grundlos gereizten Frau in den Wechseljahren ist ein ziemlich ärgerliches Klischee. Das bedeutet allerdings nicht, dass hormonelle Veränderungen keine Auswirkungen auf das emotionale Wohlbefinden haben können.

Niedergeschlagenheit, Angstgefühle, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen können während Perimenopause und Menopause auftreten. Schlafprobleme können diese Beschwerden zusätzlich verschärfen.

Das sollte aber nicht dazu führen, ernsthafte psychische Beschwerden mit einem Schulterzucken als „Hormone“ abzutun. Wenn Angst, depressive Stimmung oder andere psychische Veränderungen das Leben deutlich beeinträchtigen, verdienen sie genauso ernsthafte Aufmerksamkeit wie in jedem anderen Lebensalter.

Der Körper kann sich verändern, obwohl die Waage kaum etwas sagt

Viele Frauen bemerken irgendwann, dass Gewicht und Körperform anders reagieren als früher. Der NHS zählt Gewichtszunahme und Veränderungen der Körperzusammensetzung zu den möglichen Veränderungen rund um Perimenopause und Menopause.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ab einem bestimmten Geburtstag sämtliche zusätzliche Kilos unvermeidbar wären oder ausschließlich durch Hormone entstehen. Alter, Muskelmasse, Bewegung, Ernährung, Schlaf und viele weitere Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle.

Vielleicht ist gerade deshalb die simple Erklärung „Das sind halt die Wechseljahre“ ähnlich unbefriedigend wie die Behauptung, man müsse nur weniger essen.

Gelenke und Muskeln können sich ebenfalls bemerkbar machen

Nicht jede mögliche Veränderung findet man sofort unter dem Stichwort Wechseljahre. Muskel- und Gelenkbeschwerden gehören beispielsweise ebenfalls zu den Symptomen, die während des menopausalen Übergangs auftreten können.

Natürlich gilt auch hier: Wenn plötzlich das Knie schmerzt, muss nicht automatisch Östrogen schuld sein. Körperliche Beschwerden haben viele mögliche Ursachen. Interessant wird die Perimenopause eher als Teil des Gesamtbildes, wenn mehrere Veränderungen ungefähr gleichzeitig auftreten.

Auch die Sexualität kann sich verändern

Über Hitzewallungen wird inzwischen ziemlich offen gesprochen. Vaginale Trockenheit oder Schmerzen beim Sex sind auf Geburtstagsfeiern vermutlich noch etwas weniger beliebte Gesprächsthemen.

Sinkende beziehungsweise schwankende Östrogenspiegel können die Schleimhäute verändern. Vaginale Trockenheit, Brennen, Beschwerden beim Geschlechtsverkehr und Veränderungen der sexuellen Lust können auftreten. Dafür gibt es Behandlungsmöglichkeiten; niemand muss Schmerzen beim Sex als unvermeidbaren Preis des Älterwerdens akzeptieren.

Libido ist komplizierter als ein Hormonwert

Sexuelle Lust hängt ohnehin nicht an einem einzelnen Schalter.

Schlafmangel, Partnerschaft, Stress, Körpergefühl, Schmerzen, Medikamente, psychische Gesundheit und hormonelle Veränderungen können gleichzeitig eine Rolle spielen.

Wenn Sex unangenehm wird, sinkt verständlicherweise häufig auch die Lust darauf. ACOG weist beispielsweise darauf hin, dass vaginale Trockenheit Schmerzen verursachen und dadurch indirekt das sexuelle Verlangen beeinflussen kann.

Das ist ein wesentlich hilfreicherer Gedanke als die Vorstellung, Frauen würden ab einem bestimmten Alter einfach plötzlich „keine Lust mehr“ haben.

Einen perfekten Hormontest gibt es nicht

Wenn Hormone das Problem sein könnten, erscheint eine Blutuntersuchung logisch.

In der Perimenopause schwanken Hormonwerte allerdings gerade besonders stark. Ein einzelner Messwert kann deshalb nur eine Momentaufnahme darstellen.

Bei ansonsten gesunden Frauen ab 45 mit typischen Beschwerden empfiehlt NICE, Perimenopause beziehungsweise Menopause in der Regel anhand von Beschwerden und Zyklusveränderungen zu erkennen und bestimmte Hormontests nicht routinemäßig zur Diagnose einzusetzen.

Das bedeutet nicht, dass Blutuntersuchungen generell sinnlos wären. Je nach Alter, Beschwerden und möglicher anderer Ursache können Untersuchungen durchaus notwendig sein. Es bedeutet nur: Ein einzelner vermeintlich „normaler“ Hormonwert schließt eine Perimenopause nicht einfach aus.

Unter 45 sollte man genauer hinsehen

Wenn typische Beschwerden oder ein Ausbleiben der Periode ungewöhnlich früh auftreten, gehört das ärztlich abgeklärt.

Eine Menopause vor dem 45. Lebensjahr wird als frühe Menopause bezeichnet; noch früher können andere medizinische Definitionen und Fragestellungen relevant werden. Eine frühe oder vorzeitige Menopause ist auch deshalb medizinisch bedeutsam, weil längerfristig unter anderem Knochen- und Herz-Kreislauf-Gesundheit berücksichtigt werden müssen.

Es lohnt sich also nicht, mit 39 einfach zu beschließen: „Dann bin ich wohl schon in den Wechseljahren.“

Die Perimenopause kann sich über Jahre ziehen

Das ist für mich einer der überraschendsten Aspekte des Themas.

Die Wechseljahre sind eben kein kurzer Moment, in dem die Periode verschwindet und der Körper anschließend wieder zum Tagesgeschäft übergeht.

Beschwerden können sich über Jahre entwickeln, verändern und teilweise noch nach der letzten Menstruation fortbestehen. Der NHS nennt für Menopause- und Perimenopausensymptome häufig eine Gesamtdauer von sieben bis neun Jahren, wobei der Verlauf individuell sehr unterschiedlich ist und Beschwerden auch länger anhalten können.

Das erklärt, warum manche Frauen bereits jahrelange Veränderungen hinter sich haben, bevor sie überhaupt erstmals über Perimenopause nachdenken.

Es gibt keinen vorgeschriebenen Symptomkatalog

Die eine bekommt Hitzewallungen.

Die nächste schläft schlecht.

Eine andere merkt hauptsächlich Veränderungen ihrer Periode.

Manche haben mehrere Beschwerden gleichzeitig.

Andere spüren fast nichts.

Das National Institute on Aging weist ausdrücklich darauf hin, dass manche Frauen gar keine oder nur milde Symptome haben, während andere durch den menopausalen Übergang deutlich belastet werden.

Deshalb sollte man sich auch nicht mit Freundinnen vergleichen.

Nur weil die beste Freundin mit 49 keinerlei Beschwerden hat, bedeutet das nicht, dass die eigenen Beschwerden eingebildet sind.

Und nur weil die Schwester mit 44 Hitzewallungen bekam, muss das bei einem selbst genauso passieren.

Man muss nicht warten, bis es schlimm genug ist

Manche Frauen schleppen sich erstaunlich lange durch Beschwerden, weil Wechseljahre schließlich „natürlich“ seien.

Das stimmt.

Zahnen ist auch natürlich.

Schmerzen deshalb angenehm zu finden, ist trotzdem keine Pflicht.

Wenn Beschwerden Schlaf, Arbeit, Beziehungen, Sexualität oder Lebensqualität beeinträchtigen, kann man sie ärztlich besprechen. Für viele Symptome stehen sowohl hormonelle als auch nicht hormonelle Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Hormonersatztherapie ist nicht mehr das Schreckgespenst von früher

Bei kaum einem Gesundheitsthema kursieren so viele veraltete Vorstellungen wie bei der Hormonersatztherapie, kurz HRT.

Hormonersatz kann zahlreiche menopausale Beschwerden wie Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlafprobleme oder vaginale Trockenheit lindern. Nutzen und Risiken hängen jedoch unter anderem vom Alter, von persönlichen Risikofaktoren und von der verwendeten Behandlung ab.

Deshalb ist weder „Hormone sind gefährlich“ noch „Hormone sollte jede Frau nehmen“ eine besonders vernünftige Aussage.

Es ist eine medizinische Entscheidung, die individuell getroffen werden sollte.

Mit Hormonen muss man nicht bis zur letzten Periode warten

Das überrascht viele Frauen ebenfalls.

Hormonersatztherapie kann bereits während der Perimenopause eingesetzt werden, wenn entsprechende Beschwerden vorhanden sind. Welche Form infrage kommt, hängt unter anderem davon ab, ob weiterhin Perioden auftreten und ob eine Gebärmutter vorhanden ist.

Der Satz „Dafür haben Sie noch zu regelmäßig Ihre Periode“ ist also nicht automatisch das Ende jeder Diskussion über Behandlungsmöglichkeiten.

HRT ist allerdings keine Verhütung

Eine besonders wichtige kleine Gemeinheit der Perimenopause besteht darin, dass die Fruchtbarkeit zwar sinkt, aber nicht plötzlich verschwindet.

Auch bei unregelmäßigen Perioden kann eine Schwangerschaft weiterhin möglich sein. Hormonersatztherapie schützt nicht davor. Wer nicht schwanger werden möchte, braucht während der entsprechenden Übergangszeit weiterhin eine geeignete Verhütung.

Das wäre vermutlich eine ziemlich überraschende Art herauszufinden, dass Perimenopause und Menopause tatsächlich zwei unterschiedliche Dinge sind.

Bewegung hilft aus mehr als einem Grund

Sport wird Frauen ab einem gewissen Alter gerne als universelle Antwort auf alles verkauft.

Schlecht geschlafen? Sport.

Zugenommen? Sport.

Schlechte Stimmung? Sport.

Gelenke? Sport.

Natürlich löst Bewegung nicht jedes menopausale Problem. Trotzdem ist regelmäßige körperliche Aktivität sinnvoll. Sie unterstützt unter anderem Muskel- und Knochengesundheit und kann Wohlbefinden und Schlaf positiv beeinflussen. Der NHS empfiehlt regelmäßige Bewegung ausdrücklich als Bestandteil des Umgangs mit menopausalen Beschwerden.

Vielleicht ist die vernünftigere Botschaft deshalb nicht „Du musst mehr Sport machen“, sondern „Dein Körper profitiert jetzt besonders davon, wenn du ihn weiterhin benutzt.“

Schlaf verdient plötzlich wesentlich mehr Aufmerksamkeit

Mit 25 konnte ich schlechten Schlaf behandeln, indem ich am Wochenende länger schlief.

Irgendwann funktioniert das schlechter.

Wenn hormonelle Veränderungen ohnehin den Schlaf stören können, lohnt es sich umso mehr, vermeidbare zusätzliche Schlafkiller zu reduzieren.

Alkohol am Abend, sehr spätes Essen, ein ständig leuchtendes Smartphone und unregelmäßige Schlafzeiten werden nicht automatisch angenehmer, nur weil gleichzeitig die Hormone verrücktspielen.

Das bedeutet nicht, dass perfekte Schlafhygiene jede Hitzewallung beseitigt.

Aber man muss einem ohnehin komplizierter gewordenen Schlafsystem nicht noch absichtlich Steine in den Weg legen.

Auch Alkohol kann sich plötzlich anders anfühlen

Viele Frauen berichten, dass sie Alkohol mit zunehmendem Alter schlechter vertragen.

Nicht jede solche Veränderung lässt sich direkt der Perimenopause zuschreiben. Alkohol kann aber Schlaf beeinträchtigen und bei manchen Menschen Beschwerden wie Hitzewallungen verschlechtern. Der NHS empfiehlt deshalb unter anderem, Alkohol zu reduzieren, wenn menopausale Beschwerden problematisch sind.

Vielleicht ist der zweite Wein also nicht plötzlich „giftiger“ geworden.

Aber der folgende schlechte Schlaf fällt deutlich stärker auf.

Ein Symptomtagebuch kann erstaunlich nützlich sein

Wenn Beschwerden scheinbar zufällig auftreten, verliert man schnell den Überblick.

Wann war die letzte Periode?

Wie lange war der Zyklus?

Wann traten Schlafprobleme auf?

Gab es Hitzewallungen?

Kopfschmerzen?

Stimmungstiefs?

Ein paar Monate dokumentierte Beobachtungen können beim Arztgespräch hilfreicher sein als die verständliche Zusammenfassung: „Irgendwie ist seit einem halben Jahr alles komisch.“

Dabei braucht es keine komplizierte Spezial-App.

Ein Kalender reicht.

Man sollte trotzdem nicht jede Veränderung den Wechseljahren schenken

Das ist wahrscheinlich der wichtigste Gegenpol zum inzwischen erfreulich größeren Bewusstsein für Perimenopause.

Wenn man das Thema einmal entdeckt hat, passt plötzlich erstaunlich viel hinein.

Müdigkeit.

Gewicht.

Kopfschmerzen.

Herzklopfen.

Schlechte Stimmung.

Konzentrationsprobleme.

Schlafstörungen.

Nur können all diese Dinge auch andere Ursachen haben.

Eine Schilddrüsenerkrankung wird nicht weniger real, nur weil eine Frau 47 ist. Eisenmangel verschwindet nicht durch die passende Wechseljahreserklärung. Depressionen, Herzrhythmusstörungen oder andere Erkrankungen verdienen eine eigene Abklärung.

Perimenopause sollte eine mögliche Erklärung sein, kein diagnostischer Papierkorb.

Vielleicht hilft schon zu wissen, was gerade passiert

Es ist erstaunlich, wie beruhigend eine Erklärung sein kann.

Nicht, weil dadurch die Hitzewallung verschwindet.

Nicht, weil man plötzlich besser schläft.

Sondern weil aus einem Sammelsurium seltsamer Veränderungen ein nachvollziehbarer Zusammenhang werden kann.

Wer versteht, dass Perimenopause Jahre vor der letzten Periode beginnen kann und ganz unterschiedlich verläuft, muss nicht jedes neue Symptom als persönlichen körperlichen Defekt interpretieren.

Wechseljahre bedeuten nicht, dass jetzt plötzlich alles bergab geht

Das Wort selbst klingt schon ein bisschen so, als würde irgendwo eine Tür zufallen.

Fruchtbarkeit nimmt ab.

Hormone verändern sich.

Der Körper wird älter.

Alles richtig.

Nur ist das keine Krankheit und auch keine automatische Eintrittskarte in einen schlechteren Lebensabschnitt. Das National Institute on Aging beschreibt die Menopause ausdrücklich als normalen Teil des Älterwerdens und nicht als Erkrankung.

Vielleicht ist genau deshalb eine sachliche Sicht so hilfreich.

Beschwerden muss man nicht romantisieren.

Man muss sie aber auch nicht fatalistisch hinnehmen.

Und nein, mit Anfang 40 ist man dafür nicht unbedingt zu jung

Vielleicht beginnt genau dort das eigentliche Missverständnis.

Wir stellen uns Wechseljahre gerne als Ereignis vor, das irgendwann später kommt.

Dabei können die ersten Veränderungen auftreten, während man sich selbst noch überhaupt nicht in dieser Lebensphase sieht.

Man arbeitet.

Hat vielleicht Kinder, die selbst noch klein oder gerade Teenager sind.

Plant Reisen.

Geht zum Sport.

Beginnt neue Beziehungen.

Wechselt den Job.

Und irgendwo dazwischen verändert der Körper langsam seinen hormonellen Rhythmus.

Das muss nicht dramatisch sein.

Aber es hilft ungemein, den Namen dafür zu kennen.

Denn manchmal ist die Erklärung für „Was ist eigentlich plötzlich mit mir los?“ überraschend unspektakulär:

Vielleicht beginnt gerade einfach die Perimenopause.

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