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Urlaub mit Freundinnen: Wenn Reisen zur Freundschaftsprobe wird

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Hallo Mädels, habt ihr auch schon mal spontan eine Reise mit euren Freundinnen geplant? Die Idee klingt fantastisch. Ein paar Tage nur mit den Freundinnen. Kein Alltag, keine Termine, vielleicht keine Kinder und Partner, die wissen wollen, was es zum Abendessen gibt. Stattdessen Sonne, gutes Essen, lange Gespräche und endlich einmal genug Zeit füreinander. Dann steht man am dritten Urlaubstag morgens um halb neun im Hotelzimmer und denkt: Wenn sie noch einmal fragt, wann ich endlich fertig bin, werfe ich ihren Koffer vom Balkon. Willkommen beim Freundinnenurlaub. Eine Reise kann eine Freundschaft wunderbar vertiefen. Sie kann allerdings auch Eigenschaften sichtbar machen, die bei einem dreistündigen Abendessen bisher erstaunlich gut verborgen geblieben sind.

Freundschaft und Reisekompatibilität sind zwei verschiedene Dinge

Mit einer Frau kann man hervorragend befreundet sein und trotzdem nicht mit ihr verreisen können.

Das ist kein Widerspruch.

Im Alltag sehen wir Freundinnen meistens für begrenzte Zeit.

Ein Abend.

Ein Nachmittag.

Vielleicht ein Wochenende.

Danach fährt jede wieder nach Hause und lebt nach ihren eigenen Regeln.

Im Urlaub fällt diese Grenze plötzlich weg.

Man wacht gemeinsam auf.

Plant gemeinsam.

Isst gemeinsam.

Verbringt den Tag miteinander.

Und am Abend liegt möglicherweise dieselbe Person noch immer zwei Meter entfernt.

Was vorher eine wunderbare Freundin war, wird zur Mitbewohnerin auf Zeit.

Das ist eine völlig andere Beziehungssituation.

Bereits der Morgen kann Freundschaften spalten

Es gibt Menschen, die wachen im Urlaub um sieben Uhr auf und möchten etwas erleben.

Andere betrachten jede Uhrzeit vor neun als Nacht.

Die Frühaufsteherin hat bereits geduscht, Kaffee getrunken und drei Sehenswürdigkeiten recherchiert, während ihre Freundin noch überlegt, ob sie überhaupt die Augen öffnen möchte.

Dann fällt der verhängnisvolle Satz:

„Wir verschwenden ja den ganzen Vormittag.“

Spätestens jetzt ist die Stimmung interessant.

Denn für die eine bedeutet Urlaub, möglichst viel vom Reiseziel zu sehen.

Für die andere bedeutet Urlaub, einmal nicht von einem Wecker herumkommandiert zu werden.

Beides ist legitim.

Zusammen funktioniert es nur, wenn beide das vorher wissen.

Die Definition von Urlaub ist erstaunlich unterschiedlich

Für manche ist Urlaub Aktivität.

Museen.

Wandern.

Stadtbesichtigungen.

Ausflüge.

Jeder Tag sollte etwas Besonderes enthalten.

Andere möchten hauptsächlich liegen.

Am Pool.

Am Strand.

Auf einer Terrasse.

Vielleicht zwischendurch essen.

Mehr Programm wird bereits als unangemessene Arbeitsbelastung empfunden.

Wenn diese beiden Urlaubstypen gemeinsam verreisen, hilft auch die beste Freundschaft wenig.

Die Frage „Was machen wir heute?“ kann dann bereits am zweiten Morgen aggressives Potenzial entwickeln.

Man muss nicht jede Minute gemeinsam verbringen

Das ist vielleicht die wichtigste Regel eines gelungenen Freundinnenurlaubs.

Gemeinsam verreisen bedeutet nicht, permanent zusammenbleiben zu müssen.

Wenn eine ins Museum möchte und die andere an den Strand, können beide genau das tun.

Man trifft sich später wieder.

Erzählt sich, was passiert ist.

Und hat plötzlich sogar Gesprächsstoff.

Viele Konflikte entstehen erst aus der Vorstellung, ein gemeinsamer Urlaub müsse lückenlos gemeinsam stattfinden.

Warum?

Zu Hause verbringt man schließlich auch nicht jeden Tag zwölf Stunden miteinander.

Alleinzeit kann eine Freundschaft retten

Selbst Menschen, die man liebt, können irgendwann zu viel werden.

Nach mehreren Tagen Dauerkommunikation kann eine Stunde allein überraschend erholsam sein.

Ein Spaziergang.

Ein Kaffee.

Shopping.

Lesen auf dem Balkon.

Oder einfach Kopfhörer aufsetzen und für eine Weile mit niemandem sprechen.

Introvertierte Menschen brauchen solche Pausen oft stärker.

Aber auch sehr gesellige Frauen können irgendwann genug Gesellschaft gehabt haben.

Das sollte niemand persönlich nehmen.

„Ich möchte kurz alleine sein“ bedeutet nicht automatisch „Du nervst mich“.

Manchmal verhindert genau diese Stunde, dass später jemand tatsächlich nervt.

Das Zimmer ist eine unterschätzte Konfliktzone

Ein gemeinsames Hotelzimmer spart Geld.

Es erzeugt aber auch eine besondere Form von Nähe.

Eine möchte bei offenem Fenster schlafen.

Die andere braucht Klimaanlage.

Eine verteilt innerhalb von zehn Minuten ihren kompletten Kofferinhalt auf sämtlichen verfügbaren Flächen.

Die andere faltet sogar ihre schmutzige Wäsche.

Eine schläft bei laufendem Fernseher ein.

Die andere hört noch das Standby-Lämpchen.

Und natürlich schnarcht irgendjemand.

Plötzlich entdeckt man Dinge über eine Freundin, die man vielleicht überhaupt nicht wissen wollte.

Ein eigenes Zimmer kann hervorragend investiertes Geld sein

Wenn es das Budget erlaubt, kann ein Einzelzimmer einen Freundinnenurlaub erheblich entspannen.

Tagsüber verbringt man Zeit miteinander.

Abends kann jede die Tür hinter sich schließen.

Eigene Temperatur.

Eigenes Badezimmer.

Eigener Wecker.

Und morgens trifft man sich wieder freiwillig.

Das klingt weniger kuschelig als ein gemeinsames Zimmer.

Kann aber wesentlich freundschaftlicher sein.

Gerade bei längeren Reisen würde ich den Aufpreis zumindest gedanklich gegen den Wert meiner Nerven rechnen.

Badezimmerzeiten offenbaren den Charakter

Man lernt eine Freundin neu kennen, wenn vier Frauen morgens gleichzeitig ein Badezimmer benötigen.

Eine braucht zehn Minuten.

Eine 45.

Eine behauptet, nur schnell duschen zu gehen, und taucht eine Stunde später vollständig gestylt wieder auf.

Das alles ist kein Problem, solange niemand um neun Uhr einen gebuchten Ausflug erreichen muss.

Dann wird aus Schönheitspflege plötzlich Logistik.

Ein zweites Badezimmer kann deshalb mehr zur Harmonie eines Urlaubs beitragen als eine Flasche Prosecco.

Geld ist der zuverlässigste Stimmungstest

Kaum etwas zeigt Unterschiede zwischen Menschen so schnell wie Reiseausgaben.

Eine möchte im Urlaub nicht aufs Geld schauen.

Die andere schon.

Eine bestellt Wein für den Tisch.

Die andere trinkt Wasser.

Eine findet 180 Euro für ein Abendessen vollkommen in Ordnung.

Die andere dachte eher an Pizza.

Keine Haltung ist automatisch falsch.

Problematisch wird es erst, wenn darüber vorher niemand spricht.

„Wir teilen einfach alles“ funktioniert nicht immer

Gemeinsame Rechnungen sind bequem.

Bis eine Person regelmäßig Vorspeise, Steak, Dessert und drei Cocktails bestellt, während die andere Salat und Mineralwasser hatte.

Einmal ist das egal.

Nach zehn Restaurantbesuchen vielleicht nicht mehr.

Wer unterschiedliche Konsumgewohnheiten hat, darf Rechnungen selbstverständlich getrennt bezahlen.

Das ist nicht kleinlich.

Es ist klar.

Geldkonflikte entstehen häufig nicht wegen großer Beträge, sondern wegen des Gefühls, unfair behandelt zu werden.

Auch das Reisebudget sollte vorher ausgesprochen werden

„Lass uns zusammen nach Barcelona fliegen“ klingt einfach.

Aber Barcelona kann sehr unterschiedlich aussehen.

Hostel und Tapasbar.

Vier-Sterne-Hotel und Rooftop-Restaurant.

Billigflug mit Handgepäck.

Oder komfortabler Flug und großer Koffer.

Bevor etwas gebucht wird, sollte deshalb ungefähr klar sein, was jede ausgeben möchte.

Nicht auf den Euro genau.

Aber in derselben Welt.

Wenn für eine 1.000 Euro bereits ein großer Urlaub sind und die andere allein fürs Hotel 1.500 Euro eingeplant hat, sollte man das besser vor der Buchung entdecken.

Shopping kann überraschend politisch werden

Eine möchte durch jede Boutique gehen.

Die andere hasst Einkaufen.

Eine findet Souvenirläden faszinierend.

Die nächste möchte nie wieder einen Magneten sehen.

Eigentlich wäre die Lösung einfach:

Man trennt sich für zwei Stunden.

Trotzdem entwickeln Reisegruppen manchmal die merkwürdige Überzeugung, sämtliche Aktivitäten müssten demokratisch gemeinsam absolviert werden.

Dann steht eine gelangweilte Frau 40 Minuten vor einer Umkleidekabine und baut innerlich Aggressionen auf.

Das braucht niemand.

Hunger verändert Menschen

Das wird bei Reiseplanung erschreckend oft unterschätzt.

Hungrige Menschen sind keine vernünftigen Verhandlungspartner.

Wenn eine Freundin um zwölf essen möchte und die andere erst um vier, kann aus einer harmlosen Frage plötzlich ein Konflikt entstehen.

„Wir können doch noch schnell zum Aussichtspunkt.“

Nein.

Wir können vielleicht erst etwas essen.

Unterschiedliche Essensrhythmen lassen sich leicht lösen, wenn man sie kennt.

Ein Snack in der Tasche kann übrigens komplette Freundschaften retten.

Alkohol verändert Gruppendynamiken

Freundinnenurlaub und Wein gehören für manche gedanklich fest zusammen.

Dagegen ist grundsätzlich wenig einzuwenden.

Nur trinken Menschen unterschiedlich.

Eine möchte abends zwei Gläser Wein.

Eine gar nichts.

Eine betrachtet Cocktails offenbar als sportliche Herausforderung.

Wenn Alkohol regelmäßig dazu führt, dass jemand am nächsten Tag das Programm blockiert, unangenehm wird oder Dinge sagt, an die sie sich morgens nicht erinnern möchte, entsteht schnell Ärger.

Urlaub hebt die normalen Regeln des Zusammenlebens nicht auf.

Freundinnen kennen manchmal sehr unterschiedliche Grenzen

Was für eine lustig ist, kann für die andere unangenehm sein.

Flirten.

Fotos machen.

Fremde Leute ansprechen.

Bis spät in die Nacht ausgehen.

Persönliche Geschichten erzählen.

Eine Freundin ist vielleicht begeistert, wenn eine Gruppe Männer an den Tisch kommt.

Die andere wollte eigentlich in Ruhe essen.

Auch hier gilt:

Niemand muss aus Freundschaft sämtliche Vorlieben der anderen übernehmen.

Fotos sind erstaunlich konfliktfähig

„Mach noch eins.“

„Ich sehe furchtbar aus.“

„Warte, das Licht ist schlecht.“

„Noch einmal.“

Plötzlich verbringt man 20 Minuten vor einer Sehenswürdigkeit und hat sie hauptsächlich durch das Display eines Smartphones betrachtet.

Für manche gehören perfekte Urlaubsfotos unbedingt dazu.

Andere möchten fünf Bilder machen und anschließend weitergehen.

Beides ist okay.

Nur sollte man nicht automatisch erwarten, dass jede Freundin gleichzeitig Reisebegleitung und persönliche Fotografin ist.

Noch komplizierter wird das Veröffentlichen

Nicht jede Frau möchte jedes Urlaubsfoto auf Instagram oder Facebook sehen.

Vielleicht möchte sie überhaupt nicht öffentlich zeigen, wo sie gerade ist.

Vielleicht gefällt ihr das Bild nicht.

Oder sie möchte einfach selbst entscheiden, welche Fotos von ihr online landen.

Ein kurzes Fragen vor dem Posten kann erstaunlich viel Ärger vermeiden.

Freundschaft ersetzt keine Zustimmung.

Freundinnenurlaub kann alte Rollen verstärken

In vielen Freundeskreisen gibt es feste Rollen.

Eine organisiert.

Eine kommt zu spät.

Eine weiß, wo es langgeht.

Eine verliert regelmäßig etwas.

Eine entscheidet.

Eine sagt immer: „Mir ist alles egal“, nur um anschließend sämtliche Vorschläge schlecht zu finden.

Im Alltag sind diese Rollen oft amüsant.

Auf Reisen können sie anstrengend werden.

Besonders für diejenige, die automatisch zur Reiseleiterin ernannt wird.

Die Organisatorin hat nicht automatisch Urlaub

Eine Person bucht die Flüge.

Sucht das Hotel.

Reserviert Restaurants.

Kennt die Abfahrtszeiten.

Speichert Tickets.

Findet heraus, wie man vom Flughafen in die Stadt kommt.

Und während der Reise fragen alle:

„Was machen wir morgen?“

Irgendwann möchte diese Frau möglicherweise ebenfalls einfach Urlaub haben.

Wenn mehrere Erwachsene gemeinsam reisen, können auch mehrere Erwachsene Verantwortung übernehmen.

Das ist keine revolutionäre Idee.

„Mir egal“ ist keine hilfreiche Reiseplanung

Es gibt kaum einen gefährlicheren Satz.

„Wo wollen wir essen?“

„Mir egal.“

Gut.

Italienisch?

„Hm, heute eher nicht.“

Asiatisch?

„Auch nicht so.“

Tapas?

„Gestern hatten wir schon etwas Ähnliches.“

Das ist nicht egal.

Das ist Entscheidungsverweigerung mit Vetorecht.

Wer Vorschläge ablehnt, darf ruhig selbst einen machen.

Das gilt übrigens nicht nur im Urlaub.

Kompromisse funktionieren besser, wenn nicht jeder Tag einer ist

Wenn vier Frauen unterschiedliche Wünsche haben, kann man natürlich jeden Tag versuchen, eine Aktivität zu finden, die alle ein bisschen gut finden.

Oder man macht an einem Tag etwas, das Freundin A besonders interessiert, am nächsten etwas für B.

Dann bekommt jede gelegentlich genau das, was sie möchte.

Das kann angenehmer sein als eine Woche voller mittelmäßiger Kompromisse.

Reisen macht Unterschiede sichtbar, die sonst kaum auffallen

Wie wichtig ist Pünktlichkeit?

Wie sauber muss ein Zimmer sein?

Wie viel Planung braucht ein Tag?

Wie spontan darf man sein?

Wie viel Geld möchte man ausgeben?

Wie früh steht man auf?

Wie viel Alkohol trinkt man?

Wie oft braucht man Ruhe?

Über all diese Fragen spricht man normalerweise nicht, bevor man mit jemandem befreundet wird.

Im Urlaub beantwortet man sie plötzlich gemeinsam.

Mehrere Tage hintereinander.

Müdigkeit ist ein miserabler Konfliktberater

Ein voller Reisetag endet.

Alle sind müde.

Jemand sucht seinen Schlüssel.

Eine andere möchte noch etwas klären.

Jetzt wäre ein hervorragender Zeitpunkt, es nicht zu tun.

Viele Urlaubskonflikte wirken am nächsten Morgen deutlich kleiner.

Nicht jede Irritation braucht sofort eine Grundsatzdiskussion.

Manchmal braucht sie acht Stunden Schlaf.

Kleine Dinge werden nach einigen Tagen plötzlich riesig

Am ersten Tag ist es lustig, dass jemand immer zu spät kommt.

Am vierten nicht mehr.

Am ersten Abend stört die herumliegende Kleidung kaum.

Nach einer Woche entwickelt man plötzlich sehr starke Gefühle über nasse Handtücher.

Dauernde Nähe verstärkt Kleinigkeiten.

Das ist normal.

Wichtig ist eher, ob man sie ansprechen kann, bevor aus einem Handtuch eine komplette Charakteranalyse wird.

Direkte Sätze sind meistens besser als genervtes Schweigen

„Kannst du deine Sachen bitte von meinem Bett nehmen?“

Das klingt nicht besonders elegant.

Funktioniert aber.

Wesentlich schlechter ist es, drei Tage nichts zu sagen und beim vierten Mal zu erklären, dass die Freundin schon immer rücksichtslos gewesen sei.

Konkretes Verhalten lässt sich ändern.

Eine komplette Persönlichkeit eher schwer.

Deshalb hilft es, beim eigentlichen Problem zu bleiben.

Ein Streit bedeutet nicht, dass der Urlaub gescheitert ist

Wer mehrere Tage eng zusammenlebt, kann sich streiten.

Auch gute Freundinnen.

Das ist kein Beweis dafür, dass man plötzlich nicht mehr zusammenpasst.

Entscheidend ist, wie gestritten wird.

Kann jemand sagen, dass sie genervt ist, ohne zu verletzen?

Kann die andere zuhören?

Kann man sich entschuldigen?

Und kann man eine Sache anschließend tatsächlich wieder loslassen?

Dann kann ein Konflikt eine Freundschaft sogar stabiler machen.

Gemeinsame Reisen zeigen auch die schönsten Seiten einer Freundschaft

Es wäre unfair, nur über Schwierigkeiten zu sprechen.

Ein Freundinnenurlaub kann großartig sein.

Man hat endlich Zeit für Gespräche, die im Alltag ständig unterbrochen werden.

Man erlebt gemeinsam Neues.

Verläuft sich zusammen.

Lacht über Dinge, die niemand zu Hause verstehen würde.

Sitzt abends noch stundenlang draußen.

Und entwickelt Erinnerungen, die Jahre später mit einem einzigen Satz wieder komplett da sind.

Genau deshalb verreisen Freundinnen schließlich miteinander.

Neue Situationen lassen Menschen anders sichtbar werden

Vielleicht erlebt man die Freundin plötzlich unglaublich gelassen, als ein Flug ausfällt.

Oder sie kümmert sich, wenn einem schlecht geht.

Sie spricht eine Sprache, von der man kaum wusste, dass sie sie kann.

Sie findet das beste Restaurant der ganzen Reise.

Sie bringt einen zum Lachen, obwohl der Tag gerade komplett schiefgeht.

Reisen zeigt nicht nur Macken.

Es zeigt auch Fähigkeiten.

Gemeinsam etwas schiefgehen zu sehen verbindet enorm

Perfekte Urlaubstage sind schön.

Die Geschichten, die später immer wieder erzählt werden, entstehen meistens anders.

Der Zug war weg.

Das Hotelzimmer katastrophal.

Man stand im strömenden Regen.

Das Restaurant war geschlossen.

Jemand verlor den Schlüssel.

Damals war es furchtbar.

Drei Jahre später lachen alle darüber.

Gemeinsam bewältigte Pannen gehören häufig zu den langlebigsten Reiseerinnerungen.

Eine Reise kann eine Freundschaft vertiefen

Im Alltag erzählt man oft nur Ausschnitte.

Im Urlaub gibt es Zeit.

Beim langen Frühstück.

Im Auto.

Am Strand.

Auf einem Spaziergang.

Plötzlich entstehen Gespräche, für die sonst nie Gelegenheit war.

Über Beziehungen.

Ängste.

Pläne.

Familien.

Dinge, die man seit Monaten mit sich herumträgt.

Eine Woche gemeinsames Reisen kann manchmal mehr Nähe schaffen als ein Jahr gelegentlicher Abendessen.

Sie kann aber auch zeigen, dass Abstand der Freundschaft guttut

Vielleicht lautet das Ergebnis nach einer Woche:

Ich liebe diese Frau.

Aber ich fahre nie wieder mit ihr in Urlaub.

Auch das ist vollkommen in Ordnung.

Nicht jede Freundschaft muss jede Lebenssituation abdecken.

Man kann jemanden großartig finden und trotzdem wissen, dass drei gemeinsame Stunden das ideale Format sind.

Das nimmt einer Freundschaft nichts von ihrem Wert.

Es setzt nur eine sehr nützliche Grenze.

Die Gruppengröße verändert alles

Zu zweit muss jede Entscheidung zwischen zwei Menschen funktionieren.

In einer größeren Gruppe verteilen sich Interessen leichter.

Zwei gehen shoppen.

Zwei bleiben am Pool.

Später trifft man sich wieder.

Andererseits produziert jede zusätzliche Person neue Wünsche, Schlafrhythmen und Vorstellungen.

Vier Freundinnen können deshalb entspannter sein als zwei.

Oder vollkommen chaotisch.

Es hängt weniger von der Zahl als davon ab, ob die Gruppe Unterschiede aushält.

Ein kurzer Testurlaub ist keine schlechte Idee

Wer noch nie mit einer Freundin verreist ist, muss nicht direkt drei Wochen durch Südostasien reisen.

Ein Wochenende reicht für erstaunlich viele Erkenntnisse.

Wie funktioniert Planung?

Wie läuft Geld?

Wie viel Zeit möchte jede gemeinsam verbringen?

Wer steht wann auf?

Kann man unterschiedliche Wünsche problemlos äußern?

Wenn ein Wochenende entspannt funktioniert, kann die nächste Reise länger werden.

Vorher reden klingt langweilig und verhindert viel Ärger

Niemand muss vor einem Freundinnenurlaub einen Vertrag aufsetzen.

Aber ein paar Fragen sind hilfreich.

Welches Budget haben wir?

Was möchten wir ungefähr machen?

Ein Zimmer oder getrennte Zimmer?

Mietwagen oder öffentliche Verkehrsmittel?

Ausgehen oder früh schlafen?

Durchplanen oder spontan?

Werden diese Dinge vorher ausgesprochen, sinkt die Zahl der Überraschungen vor Ort erheblich.

Es braucht keinen perfekten Reisezwilling

Die ideale Reisefreundin muss nicht genauso sein wie man selbst.

Unterschiede können den Urlaub sogar interessanter machen.

Vielleicht bringt eine jemanden dazu, einen Ausflug zu machen, den man allein nie gebucht hätte.

Die andere sorgt dafür, dass auch einmal ein Nachmittag ohne Programm stattfindet.

Das funktioniert wunderbar, solange Unterschiede nicht als Fehler behandelt werden.

Gute Reisefreundinnen können sich gegenseitig in Ruhe lassen

Vielleicht ist das am Ende die wertvollste Fähigkeit.

Nicht immer reden müssen.

Nicht alles gemeinsam machen müssen.

Nicht beleidigt sein, wenn jemand einen Nachmittag allein verbringen möchte.

Keine permanente Bestätigung brauchen, dass alles wunderbar ist.

Zusammen sein können, ohne ständig miteinander beschäftigt sein zu müssen.

Das ist erstaunlich entspannt.

Und nach dem Urlaub darf man sich kurz nicht sehen wollen

Nach sieben Tagen gemeinsamer Reise kann selbst die beste Freundin für ein paar Tage ausreichend präsent gewesen sein.

Man verabschiedet sich herzlich.

Fährt nach Hause.

Packt aus.

Schließt die eigene Wohnungstür.

Und freut sich vielleicht ein bisschen darüber, dass niemand fragt, wann man morgen frühstücken möchte.

Das ist kein schlechtes Zeichen.

Manchmal braucht auch eine sehr gute Freundschaft nach dem Urlaub erst einmal Urlaub voneinander.

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