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Warum wir mit zunehmendem Alter weniger Freundinnen brauchen

Warum wir mit zunehmendem Alter weniger Freundinnen brauchen auf blogtante.de

Hallo Mädels, wieviele Freundinnen habt ihr eigentlich? Früher konnte ich problemlos erklären, wer alles zu meinem Freundeskreis gehört. Da gab es die beste Freundin, mehrere gute Freundinnen, Kolleginnen, ehemalige Mitschülerinnen, Bekannte vom Sport und jene Menschen, mit denen man zwar nur zweimal im Jahr sprach, aber selbstverständlich trotzdem befreundet war. Irgendwann wird diese Liste kürzer. Nicht unbedingt, weil wir schwieriger werden. Vielleicht werden wir einfach ehrlicher darin, wen wir tatsächlich in unserem Leben haben möchten.

Ein großer Freundeskreis war früher fast selbstverständlich

Schule, Ausbildung, Studium und die ersten Berufsjahre produzieren Kontakte beinahe automatisch.

Man sitzt jeden Tag nebeneinander, verbringt Pausen gemeinsam, geht nach der Arbeit etwas trinken oder trifft am Wochenende dieselben Menschen. Freundschaften müssen gar nicht besonders bewusst organisiert werden.

Sie entstehen durch Wiederholung.

Wenn man jemanden fünfmal pro Woche sieht, kennt man irgendwann dessen Beziehungskrise, Lieblingsessen und sämtliche Probleme mit der Mutter.

Später verschwindet diese automatische Nähe.

Plötzlich wohnt eine Freundin 40 Kilometer entfernt, die andere arbeitet bis spät, eine dritte hat Kinder und man selbst freut sich freitagabends zunehmend darüber, überhaupt nichts vor zu haben.

Damit verändert sich zwangsläufig auch der Freundeskreis.

Weniger Kontakte bedeuten nicht automatisch weniger Nähe

Ein voller Terminkalender sieht gesellschaftlich erstaunlich attraktiv aus.

Wer ständig mit jemandem unterwegs ist, scheint beliebt, interessant und gut vernetzt zu sein.

Nur sagt die Anzahl sozialer Kontakte wenig darüber aus, wie verbunden wir uns mit diesen Menschen fühlen.

Man kann einen Abend mit zehn Bekannten verbringen und sich trotzdem ziemlich allein fühlen.

Oder zwei Stunden mit einer einzigen Freundin verbringen und danach das Gefühl haben, endlich wieder einmal wirklich gesprochen zu haben.

Mit zunehmendem Alter scheint genau diese Qualität oft wichtiger zu werden.

Nicht: Wie viele Menschen könnte ich am Samstag anrufen?

Sondern: Wen würde ich anrufen, wenn es mir wirklich schlecht geht?

Zeit wird irgendwann zu einer ziemlich wertvollen Währung

Mit 20 konnte ein Nachmittag einfach passieren.

Mit 40 muss er oft irgendwo zwischen Arbeit, Familie, Haushalt, Sport, Partnerschaft und dem dringend notwendigen Nichtstun untergebracht werden.

Dadurch bekommt Freizeit einen anderen Wert.

Wenn ich nur einen freien Abend habe, möchte ich ihn nicht unbedingt mit einer Person verbringen, bei der ich nach zwei Stunden denke, dass ich genauso gut meine Küchenschränke hätte auswischen können.

Das klingt hart.

Ist aber eigentlich nur Konsequenz.

Je knapper Zeit wird, desto genauer überlegen wir, wem wir sie geben.

Wir brauchen nicht mehr für jede Version von uns eine eigene Gruppe

Junge Erwachsene wechseln häufig zwischen unterschiedlichen sozialen Welten.

Da gibt es die Freundinnen fürs Ausgehen, die Kolleginnen, die Sportgruppe, ehemalige Schulfreundinnen, Urlaubsbekanntschaften und Menschen, mit denen man bestimmte Hobbys teilt.

Diese Vielfalt kann wunderbar sein.

Mit den Jahren verschwimmen manche dieser Rollen.

Man braucht nicht mehr zwingend eine Freundin für jeden Lebensbereich.

Eine wirklich vertraute Person kann gleichzeitig diejenige sein, mit der man essen geht, über Beziehungen spricht, verreist und sich über vollkommen banale Dinge kaputtlacht.

Der Freundeskreis wird dadurch vielleicht kleiner.

Aber einzelne Beziehungen werden größer.

Man wird wählerischer, wenn man sich selbst besser kennt

Mit 20 wusste ich vermutlich wesentlich weniger darüber, welche Menschen mir guttun.

Sympathie reichte oft aus.

Man hatte Spaß miteinander und das war zunächst einmal genug.

Später merkt man genauer, welche Beziehungen Energie geben und welche hauptsächlich Energie brauchen.

Man erkennt schneller, wenn jemand ständig konkurriert.

Wenn jede gute Nachricht relativiert wird.

Wenn Gespräche grundsätzlich nur in eine Richtung laufen.

Wenn Vertraulichkeiten weitergetragen werden.

Oder wenn man sich vor einem Treffen bereits innerlich darauf vorbereitet, bestimmte Themen lieber nicht anzusprechen.

Das muss nicht bedeuten, solche Menschen dramatisch aus dem Leben zu werfen.

Oft meldet man sich einfach seltener.

Freundschaft sollte kein Dauerstress sein

Es gibt erstaunlich anstrengende Freundschaften.

Man überlegt vor jeder Nachricht, ob sie falsch verstanden werden könnte.

Man muss aufpassen, niemanden zu verärgern.

Absagen werden persönlich genommen.

Andere Freundschaften werden kritisch kommentiert.

Ein paar Tage Funkstille gelten bereits als mangelndes Interesse.

Das kann sich irgendwann fast wie eine besonders komplizierte Partnerschaft ohne den angenehmen Teil anfühlen.

Natürlich braucht auch Freundschaft Aufmerksamkeit.

Aber eine gute Freundschaft sollte nicht ständig das Gefühl erzeugen, eine Prüfung absolvieren zu müssen.

Mit zunehmendem Alter sinkt bei vielen Menschen schlicht die Bereitschaft, ihre knappe Freizeit mit sozialen Dramen zu füllen.

Manche Freundschaften funktionieren hauptsächlich über Gewohnheit

„Wir kennen uns seit 25 Jahren“ ist ein beeindruckender Satz.

Nur beantwortet er nicht die Frage, warum man sich heute noch trifft.

Gemeinsame Vergangenheit kann unglaublich verbinden.

Man kennt dieselben Menschen, erinnert sich an dieselben Geschichten und muss vieles nicht erklären.

Manchmal ist Vergangenheit aber auch das Einzige, was noch verbindet.

Dann sitzen zwei Menschen zusammen und sprechen fast ausschließlich darüber, was früher passiert ist.

Das kann wunderschön und nostalgisch sein.

Es kann aber irgendwann auch zeigen, dass im heutigen Leben kaum noch Überschneidungen vorhanden sind.

Gemeinsame Geschichte ist kein lebenslanger Vertrag

Eine Freundin kann in einer bestimmten Lebensphase unglaublich wichtig gewesen sein.

Vielleicht hat sie einen durch eine Trennung begleitet.

Vielleicht haben beide gemeinsam studiert.

Vielleicht wurden die Kinder gleichzeitig geboren.

Vielleicht war sie genau die Person, die man damals gebraucht hat.

Das verpflichtet keine von beiden dazu, diese Beziehung bis ins hohe Alter unverändert fortzuführen.

Wir akzeptieren problemlos, dass Arbeitsplätze, Wohnungen und Interessen zu bestimmten Lebensphasen gehören.

Bei Freundschaften fällt uns diese Vorstellung schwerer.

Dabei wird ihre frühere Bedeutung nicht kleiner, nur weil sie heute nicht mehr dieselbe ist.

Wir verlieren die Lust auf soziale Pflichtveranstaltungen

In jüngeren Jahren macht man erstaunlich viel mit, weil „alle“ dabei sind.

Man geht auf Partys, obwohl man keine Lust hat.

Man bleibt länger, als man möchte.

Man trifft Menschen, weil sie eben zur Gruppe gehören.

Irgendwann wächst die wunderbare Fähigkeit, einfach Nein zu sagen.

Nicht heute.

Keine Lust.

Vielleicht ein anderes Mal.

Und manchmal bedeutet dieses andere Mal tatsächlich niemals.

Das ist nicht zwangsläufig soziale Verarmung.

Es kann auch bedeuten, dass man aufgehört hat, seine Freizeit nach dem Anwesenheitsprinzip zu gestalten.

Gruppen verändern sich, wenn einzelne Freundschaften enger werden

Freundinnengruppen sind kleine soziale Systeme.

Solange alle ungefähr dieselbe Lebenssituation haben, funktionieren sie oft erstaunlich gut.

Dann ziehen Menschen um.

Eine bekommt Kinder.

Eine trennt sich.

Eine verdient plötzlich deutlich mehr.

Eine hat völlig andere Interessen.

Zwei innerhalb der Gruppe verstehen sich besonders gut und treffen sich häufiger allein.

Was früher eine feste Runde war, wird lockerer.

Das kann zunächst wie ein Verlust wirken.

Vielleicht entsteht daraus aber einfach eine realistischere Form von Freundschaft.

Nicht jede Person aus einer Gruppe muss mit jeder anderen gleich eng verbunden bleiben.

Mit dem Alter muss man weniger dazugehören

Der Wunsch nach Zugehörigkeit verschwindet natürlich nicht.

Aber er verändert sich.

Mit zunehmender Lebenserfahrung wird es oft weniger wichtig, Teil jeder Runde zu sein.

Man muss nicht überall eingeladen werden.

Man muss nicht wissen, was jede Bekannte am Wochenende gemacht hat.

Und wenn drei Freundinnen ohne einen selbst essen gehen, bedeutet das nicht automatisch eine soziale Katastrophe.

Diese Gelassenheit kann unglaublich befreiend sein.

Freundschaft wird dann weniger zur Bestätigung des eigenen sozialen Status und stärker zu einer Beziehung zwischen Menschen, die sich tatsächlich mögen.

Soziale Medien vermitteln ein verzerrtes Bild

Auf Instagram sieht Freundschaft hervorragend aus.

Sechs Frauen sitzen lachend um einen Tisch.

Alle haben ein Getränk in der Hand.

Darunter steht irgendetwas über Freundinnen fürs Leben.

Was man nicht sieht: Zwei davon können sich eigentlich nicht leiden, eine wollte nicht mitkommen und jemand hat zehn Minuten vorher gefragt, wann man endlich wieder nach Hause fährt.

Fotos zeigen Anzahl.

Sie zeigen selten Qualität.

Das kann besonders dann irritieren, wenn der eigene Freundeskreis klein geworden ist.

Andere scheinen ständig mit riesigen Gruppen unterwegs zu sein.

Nur wissen wir überhaupt nicht, wie viele dieser Menschen einander wirklich nahestehen.

Eine gute Freundin muss nicht ständig verfügbar sein

Erwachsene Freundschaft verändert auch die Erwartungen.

Mit einer wirklich engen Freundin muss man vielleicht nicht jeden Tag schreiben.

Manchmal nicht einmal jede Woche.

Es können Monate vergehen.

Und trotzdem ist beim nächsten Gespräch sofort wieder dieses Gefühl da, dass man nichts vorspielen muss.

Das ist eine besondere Form von Sicherheit.

Man weiß, dass eine Pause nicht automatisch Ablehnung bedeutet.

Niemand führt Buch darüber, wer zuletzt angerufen hat.

Natürlich darf eine Freundschaft nicht vollständig einseitig werden.

Aber Nähe lässt sich nicht ausschließlich an Nachrichten pro Woche messen.

Verlässlichkeit wird wichtiger als Häufigkeit

Manche Menschen sind ständig präsent.

Bis man sie wirklich braucht.

Dann sind sie erstaunlich beschäftigt.

Andere hört man wochenlang nicht.

Doch wenn tatsächlich etwas passiert, stehen sie da.

Mit zunehmendem Alter versteht man häufig besser, welcher Unterschied darin liegt.

Eine enge Freundin muss nicht jeden Kaffee mit mir trinken.

Aber ich möchte wissen, dass ich sie um drei Uhr morgens anrufen könnte, wenn mein Leben gerade auseinanderfällt.

Und umgekehrt.

Das ist möglicherweise mehr Freundschaft als hundert gemeinsame Abende.

Konkurrenz wird mit den Jahren besonders ermüdend

Es gibt Freundschaften, in denen permanent verglichen wird.

Wer verdient mehr?

Wessen Beziehung läuft besser?

Welches Kind ist erfolgreicher?

Wer sieht jünger aus?

Wer hat den schöneren Urlaub gemacht?

Ein bisschen Konkurrenz kann harmlos sein.

Dauerhaft ist sie anstrengend.

Eine Freundin sollte eine gute Nachricht nicht als Angriff auf das eigene Leben empfinden.

Wenn ich erzählen muss, dass ich befördert wurde, während ich gleichzeitig überlege, wie ich das möglichst klein formuliere, läuft etwas schief.

Je älter man wird, desto weniger attraktiv erscheinen Beziehungen, in denen Erfolg versteckt und Glück entschuldigt werden muss.

Die besten Freundinnen können sich ehrlich freuen

Vielleicht ist das eine der wertvollsten Eigenschaften erwachsener Freundschaft.

Eine gute Freundin darf etwas haben, was ich selbst gerne hätte.

Eine glückliche Beziehung.

Eine tolle Reise.

Beruflichen Erfolg.

Mehr Geld.

Ein schönes Zuhause.

Und ich darf mich trotzdem für sie freuen.

Natürlich sind wir Menschen und gelegentlich neidisch.

Das Entscheidende ist, was wir daraus machen.

Eine enge Freundschaft hält Unterschiede aus, ohne daraus ständig einen Wettbewerb zu machen.

Auch Lebenskrisen sortieren Freundeskreise

Wer eine schwierige Zeit erlebt, lernt manchmal überraschend viel über seine sozialen Beziehungen.

Krankheit.

Trennung.

Arbeitslosigkeit.

Der Tod eines Angehörigen.

Solche Situationen zeigen, wer wirklich da ist.

Dabei müssen Freunde keine perfekten Worte finden.

Oft gibt es ohnehin keine.

Aber manche melden sich.

Andere verschwinden, weil ihnen schwierige Situationen unangenehm sind.

Das kann enttäuschen.

Es kann gleichzeitig Klarheit schaffen.

Umgekehrt zeigen auch schöne Zeiten, wer wirklich eine Freundin ist

Krisen sind nicht der einzige Test.

Erfolg kann Freundschaften mindestens genauso deutlich verändern.

Eine Beförderung.

Großer Gewichtsverlust.

Eine neue Beziehung.

Ein Haus.

Eine berufliche Chance.

Manche Menschen reagieren darauf mit echter Freude.

Andere werden plötzlich spitz.

Relativieren.

Finden Fehler.

Erklären, warum man eigentlich gar nicht so viel erreicht habe.

Freundinnen müssen nicht alles toll finden, was wir tun.

Aber wenn unsere Freude regelmäßig ihre schlechte Laune verursacht, wird die Beziehung irgendwann schwierig.

Wenige tiefe Beziehungen können völlig ausreichen

Es gibt keine richtige Anzahl an Freundinnen.

Manche Menschen fühlen sich mit einem großen sozialen Netzwerk wohl.

Andere brauchen zwei oder drei wirklich enge Beziehungen.

Beides ist vollkommen in Ordnung.

Problematisch wird es erst, wenn ein kleiner Freundeskreis nicht selbst gewählt ist, sondern als belastende Einsamkeit erlebt wird.

Wenige Freundinnen zu haben und einsam zu sein sind zwei unterschiedliche Dinge.

Wer zwei Menschen hat, mit denen echte Nähe besteht, kann sozial wesentlich erfüllter leben als jemand mit dreißig oberflächlichen Kontakten.

Ein kleiner Freundeskreis hat sogar praktische Vorteile

Geburtstagsplanung wird überschaubarer.

Man muss weniger Gruppenchats lesen.

Die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass ein gemeinsamer Restaurantbesuch eine zweiwöchige Abstimmung über Ort und Termin benötigt.

Vor allem bleibt mehr Zeit für einzelne Menschen.

Tiefe braucht schließlich Gelegenheit.

Wenn jedes Wochenende auf sechs unterschiedliche Bekanntschaften verteilt wird, entsteht möglicherweise weniger echte Nähe als bei regelmäßigen Treffen mit wenigen Personen.

Ein kleiner Freundeskreis kann deshalb ziemlich luxuriös sein.

Trotzdem sollte man nicht alle neuen Menschen aussortieren

Es gibt eine Kehrseite dieser Entwicklung.

Wer irgendwann überzeugt ist, bereits genügend Freunde zu haben, kann sich sozial zu stark abschotten.

Alte Freundschaften sind wertvoll.

Neue Menschen bringen aber neue Perspektiven.

Eine Kollegin kann überraschend zur Freundin werden.

Eine andere Mutter aus der Schule.

Jemand aus dem Fitnessstudio.

Eine Nachbarin.

Freundschaft kennt kein Ablaufdatum für Neuzugänge.

Nur weil der eigene Kreis kleiner geworden ist, muss er nicht geschlossen sein.

Neue Freundschaften brauchen als Erwachsene mehr Mut

Mit zehn Jahren war Freundschaft erstaunlich direkt.

„Willst du meine Freundin sein?“

Fertig.

Mit 45 wirkt die Sache komplizierter.

Man versteht sich gut mit jemandem und überlegt trotzdem monatelang, ob man einfach fragen kann, ob sie einmal Kaffee trinken möchte.

Natürlich kann man.

Die andere denkt möglicherweise exakt dasselbe.

Erwachsene Freundschaften entstehen nur seltener automatisch.

Jemand muss den ersten Schritt machen.

Freundschaften dürfen unterschiedliche Intensitäten haben

Nicht jede Freundin muss beste Freundin werden.

Das nimmt viel Druck heraus.

Es darf die Freundin geben, mit der man hervorragend wandern kann.

Die Kollegin, mit der man gerne Mittag isst.

Die Nachbarin für einen spontanen Kaffee.

Und die zwei Menschen, denen man Dinge erzählt, die sonst kaum jemand weiß.

Diese Beziehungen müssen nicht miteinander konkurrieren.

Sie erfüllen unterschiedliche Funktionen.

Problematisch wird es nur, wenn wir von einer lockeren Bekanntschaft dieselbe Tiefe erwarten wie von einer jahrzehntelangen Verbindung.

Vielleicht brauchen wir nicht weniger Freundinnen, sondern weniger falsche Nähe

Am Ende geht es wahrscheinlich gar nicht darum, mit zunehmendem Alter möglichst viele Menschen aus dem Leben zu entfernen.

Es geht darum, genauer zu unterscheiden.

Wer ist wirklich Freundin?

Wer ist eine liebe Bekannte?

Wer gehört einfach zur Vergangenheit?

Und mit wem verbringe ich nur Zeit, weil wir das seit Jahren so machen?

Diese Fragen können den Freundeskreis verkleinern.

Sie können ihn aber gleichzeitig ehrlicher machen.

Ein kleiner Kreis kann sich sehr groß anfühlen

Irgendwann sitzt man vielleicht nicht mehr regelmäßig mit zwölf Frauen an einem Tisch.

Vielleicht sind es nur noch drei.

Dafür wissen diese drei, was wirklich los ist.

Sie kennen nicht nur die schönen Fotos.

Sie kennen die Zweifel, die Fehler, die alten Geschichten und jene Seiten, die nicht für Instagram bestimmt sind.

Man muss ihnen nichts verkaufen.

Nichts beweisen.

Und meistens nicht einmal erklären, warum man sich drei Wochen nicht gemeldet hat.

Vielleicht brauchen wir mit zunehmendem Alter deshalb gar nicht weniger Freundinnen.

Wir brauchen nur immer weniger Menschen, vor denen wir so tun müssen, als wären sie welche.

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