Leben

Mental Load in der Partnerschaft: Wenn eine an alles denkt

Mental Load in der Partnerschaft: Wenn eine an alles denkt auf blogtante.de

Hallo Mädels, habt ihr eigentlich gerade den Kopf frei? Es ist Dienstagabend und eigentlich passiert gerade überhaupt nichts Besonderes. Die Spülmaschine läuft, die Kinder sind beschäftigt, irgendeine Serie spielt im Hintergrund und auf den ersten Blick sieht das nach einem ziemlich normalen Feierabend aus. Nur läuft in einem Kopf nebenbei ein zweites Programm: Morgen braucht das Kind Turnzeug. Die Milch ist fast leer. Am Freitag hat die Schwiegermutter Geburtstag. Der Zahnarzttermin muss verschoben werden. Für den Schulausflug fehlt noch die Unterschrift. Waschmittel wäre auch gut. Und wer kümmert sich eigentlich darum, dass nächste Woche jemand den Installateur hereinlässt?

Der Partner sitzt daneben und denkt vielleicht tatsächlich an nichts davon.

Nicht weil er faul, böse oder vollkommen lebensunfähig wäre. Sondern weil sich über Jahre eine Arbeitsteilung entwickelt hat, bei der eine Person nicht nur mehr Aufgaben erledigt, sondern vor allem dafür zuständig geworden ist, sie überhaupt zu bemerken.

Genau dort beginnt Mental Load.

Mental Load ist die Arbeit, die man kaum sehen kann

Bei Hausarbeit lässt sich halbwegs erkennen, wer etwas getan hat.

Das Bad ist geputzt. Die Wäsche hängt. Das Abendessen steht auf dem Tisch.

Mental Load ist schwieriger.

Niemand sieht, dass jemand vor drei Tagen bemerkt hat, dass die Zahnpasta bald leer sein wird und deshalb beim Einkaufen eine neue Packung mitgebracht hat.

Man sieht auch nicht, wer daran gedacht hat, den Impftermin auszumachen, die Geschenkidee für den Kindergeburtstag gespeichert oder bemerkt hat, dass die Turnschuhe langsam zu klein werden.

Diese unsichtbare Arbeit besteht aus Planen, Erinnern, Kontrollieren, Entscheiden und Vorausdenken.

Und genau deshalb kann sie so anstrengend werden.

„Sag mir einfach, was ich machen soll“ löst das Problem nicht

Dieser Satz klingt zunächst ausgesprochen kooperativ.

„Du musst mir doch nur sagen, wobei ich helfen soll.“

Das Problem ist das kleine Wort „sagen“.

Denn damit bleibt eine Person weiterhin Projektleitung des gemeinsamen Lebens.

Sie muss feststellen, was zu tun ist, eine Aufgabe definieren, sie delegieren und manchmal später überprüfen, ob sie erledigt wurde.

Der andere führt aus.

Das kann durchaus Arbeit sparen. Verantwortung spart es nicht.

Wer Mental Load trägt, möchte häufig nicht noch effizienter Aufgaben verteilen. Sie möchte einmal nicht diejenige sein, die überhaupt wissen muss, welche Aufgaben existieren.

Helfen ist etwas anderes als verantwortlich sein

Der Unterschied zeigt sich wunderbar beim Einkauf.

Person A sagt: „Kannst du bitte einkaufen gehen?“

Person B geht einkaufen.

Auf den ersten Blick hat Person B den Einkauf übernommen.

Aber wer hat geprüft, was noch da ist? Wer hat überlegt, was in den nächsten Tagen gekocht wird? Wer weiß, dass das Kind nur eine bestimmte Sorte Joghurt isst, Toilettenpapier fast leer ist und am Wochenende Besuch kommt?

Wenn Person A vorher eine vollständige Einkaufsliste erstellt, hat Person B einen wichtigen Teil der Arbeit erledigt.

Die organisatorische Verantwortung lag trotzdem weiterhin bei Person A.

Das klingt nach Haarspalterei, bis man dieses Prinzip auf hundert kleine Aufgaben im Alltag überträgt.

Familienleben besteht aus erstaunlich vielen Kleinigkeiten

Ein Haushalt hat keine besonders beeindruckende Aufgabenliste.

Gerade deshalb wird sein organisatorischer Aufwand leicht unterschätzt.

Müll hinausbringen dauert fünf Minuten.

Doch jemand muss wissen, wann er abgeholt wird.

Ein Kindergeburtstag dauert ein paar Stunden.

Davor stehen Einladung, Terminabstimmung, Geschenk, Kuchen, Einkaufen, eventuell Fahrdienste und die Frage, ob irgendein Kind inzwischen eine Allergie hat.

Auch ein Urlaub besteht nicht nur daraus, in ein Auto oder Flugzeug zu steigen.

Jemand recherchiert Unterkunft, kontrolliert Ausweise, packt Medikamente, denkt an Ladekabel, organisiert Haustiere, weiß, welche Kleidung fehlt, und erinnert möglicherweise noch alle daran, dass man nicht erst am Vorabend feststellen sollte, dass der Reisepass abgelaufen ist.

Jede einzelne Aufgabe ist klein.

Die Menge macht sie groß.

Das Gehirn bekommt keinen Feierabend

Der eigentlich anstrengende Teil von Mental Load ist oft nicht die Zahl der Aufgaben.

Es ist ihre permanente Anwesenheit.

Eine offene Aufgabe verschwindet nicht aus dem Kopf, nur weil man gerade auf dem Sofa sitzt.

Man erinnert sich beim Duschen daran.

Beim Einschlafen.

Während eines Gesprächs.

Mitten im Arbeitstag.

„Ich darf morgen nicht vergessen …“

Dieser Satz ist vielleicht die inoffizielle Hymne des Familienmanagements.

Wer für viele Bereiche zuständig ist, hält im Kopf permanent offene Schleifen.

Und während andere Feierabend haben, läuft die interne To-do-Liste weiter.

Besonders häufig wird Mental Load erst sichtbar, wenn etwas nicht funktioniert

Solange alles läuft, fällt Organisation kaum auf.

Der Kühlschrank ist gefüllt.

Geburtstage werden nicht vergessen.

Die Kinder haben passende Kleidung.

Rechnungen werden bezahlt.

Urlaube finden statt.

Termine stehen im Kalender.

Das wirkt beinahe selbstverständlich.

Erst wenn die Person, die all diese Dinge koordiniert, einmal aufhört, wird sichtbar, wie viel Arbeit darin steckt.

Plötzlich fehlt Milch.

Niemand hat ein Geschenk.

Das Formular wurde nicht abgegeben.

Und jemand fragt verwundert: „Warum hast du denn nichts gesagt?“

Genau diese Frage kann dann ausgesprochen schlechte Laune verursachen.

Es geht nicht darum, wer häufiger den Staubsauger benutzt

Diskussionen über Mental Load landen schnell bei einer Buchhaltung der Hausarbeit.

„Aber ich mache doch die Küche.“

„Und ich mähe den Rasen.“

„Ich bringe jeden Morgen die Kinder.“

Das alles kann stimmen.

Trotzdem sagt die Zahl erledigter Aufgaben wenig darüber aus, wer den Überblick trägt.

Ein Paar kann Hausarbeit mengenmäßig ziemlich fair teilen und trotzdem eine sehr ungleiche mentale Verantwortung haben.

Eine Person erledigt klar definierte Aufgaben.

Die andere ist dafür zuständig, festzustellen, welche Aufgaben gerade überhaupt notwendig sind.

Das sind unterschiedliche Belastungen.

Kinder machen das Problem besonders deutlich

Mit Kindern vervielfacht sich die Zahl der Dinge, die jemand im Kopf behalten muss.

Schultermine.

Elternabende.

Arzttermine.

Geburtstagsfeiern.

Kleidung.

Hobbys.

Freundschaften.

Hausaufgaben.

Ferienbetreuung.

Essensgeld.

Formulare.

Irgendwelche Bastelsachen, von denen man selbstverständlich erst am Sonntagabend erfährt, dass sie Montagmorgen dringend benötigt werden.

Dazu kommt die emotionale Organisation.

Wer merkt, dass das Kind seit Tagen ungewöhnlich still ist?

Wer weiß, mit welcher Freundin es gerade Streit gibt?

Wer erinnert sich daran, dass die nächste Mathematikarbeit bevorsteht?

Das lässt sich nicht einfach in Minuten messen.

Auch emotionale Arbeit gehört zum unsichtbaren Paket

Viele Beziehungen haben eine Person, die soziale Verbindungen pflegt.

Sie erinnert an Geburtstage.

Kauft Geschenke für beide Familien.

Organisiert Treffen.

Fragt nach, wie es der kranken Tante geht.

Plant Weihnachten.

Hält Kontakt zu anderen Eltern.

Wenn diese Person damit aufhört, schrumpft manchmal erstaunlich schnell das soziale Umfeld des gesamten Haushalts.

Auch diese Arbeit wird selten als Arbeit wahrgenommen.

Schließlich hat niemand zwei Stunden lang den Boden geschrubbt.

Trotzdem kostet sie Zeit und Aufmerksamkeit.

„Du kannst das einfach besser“ ist ein gefährliches Kompliment

Natürlich gibt es Menschen, die besser organisieren können.

Manche planen gerne.

Andere hassen Kalender.

Das Problem beginnt, wenn Kompetenz automatisch zur lebenslangen Zuständigkeit führt.

Wer einmal besonders gut Weihnachtsgeschenke organisiert hat, ist plötzlich jedes Jahr dafür zuständig.

Wer weiß, welche Kleidergröße die Kinder haben, darf künftig sämtliche Kleidung kaufen.

Wer den ersten Urlaub geplant hat, wird Reisebüro der Familie.

So entsteht Arbeitsteilung nicht unbedingt durch eine bewusste Entscheidung.

Sie wächst.

Und irgendwann hört man den Satz: „Aber du machst das doch immer.“

Genau.

Vielleicht ist das das Problem.

Verantwortung abzugeben kann überraschend schwerfallen

Allerdings gibt es noch eine unbequeme Seite.

Wer jahrelang alles organisiert hat, kann Schwierigkeiten haben, wirklich loszulassen.

Der Partner übernimmt den Einkauf – aber kauft die falschen Äpfel.

Er packt die Tasche fürs Kind – aber nicht so, wie man selbst es getan hätte.

Er plant den Urlaub – nur leider mit einem Hotel, das man niemals ausgesucht hätte.

Dann entsteht schnell der Impuls, einzugreifen.

Damit bekommt der andere allerdings eine wunderbare Begründung dafür, die Verantwortung wieder abzugeben.

„Wenn ich es sowieso nie richtig mache, mach du es doch.“

Faire Arbeitsteilung bedeutet deshalb auch, zu akzeptieren, dass nicht jede Aufgabe nach den eigenen Vorstellungen erledigt wird.

Verantwortung heißt auch, Fehler machen zu dürfen

Wenn jemand einen Bereich vollständig übernimmt, muss er auch Konsequenzen erleben können.

Wer für Geburtstagsgeschenke zuständig ist und eines vergisst, hat eben ein Geschenk vergessen.

Wenn die andere Person fünf Tage vorher vorsorglich erinnert, trägt sie weiterhin einen Teil der Verantwortung.

Das kann schwer auszuhalten sein.

Besonders wenn Kinder betroffen sind oder die Folgen letztlich den gesamten Haushalt treffen.

Trotzdem lässt sich Verantwortung kaum übertragen, solange im Hintergrund ständig jemand als Sicherheitsnetz arbeitet.

Man kann keine Aufgabe vollständig abgeben und gleichzeitig permanent kontrollieren.

Eine faire Aufteilung beginnt nicht mit einzelnen Handgriffen

„Du machst ab jetzt öfter die Wäsche“ kann helfen.

Noch besser ist: „Du bist für die Wäsche verantwortlich.“

Das bedeutet mehr.

Die Person bemerkt selbst, wann gewaschen werden muss.

Sie weiß, ob Waschmittel vorhanden ist.

Sie sorgt dafür, dass wichtige Kleidung rechtzeitig sauber ist.

Sie räumt sie anschließend weg.

Damit wechselt nicht nur die Tätigkeit, sondern der komplette Verantwortungsbereich.

Genau das reduziert Mental Load.

Ganze Zuständigkeiten funktionieren oft besser als hundert Einzelaufgaben

Ein Haushalt lässt sich gedanklich in Bereiche aufteilen.

Einkäufe.

Wäsche.

Kindertermine.

Finanzen.

Urlaub.

Auto.

Schule.

Geschenke.

Haushaltsvorräte.

Es muss dabei nicht alles exakt halbiert werden.

Vielleicht hasst eine Person Kochen und übernimmt dafür Finanzen und Urlaubsplanung.

Die andere kümmert sich lieber um Essen und Schule.

Entscheidend ist, dass beide wissen, wo sie verantwortlich sind.

Dann braucht niemand täglich eine Liste mit Anweisungen.

Gemeinsame Kalender helfen nur, wenn sie wirklich gemeinsam sind

Technik kann Mental Load reduzieren.

Ein gemeinsamer Kalender ist dafür hervorragend.

Zumindest theoretisch.

Praktisch gibt es Familienkalender, in die eine Person sämtliche Termine einträgt und die andere gelegentlich hineinschaut.

Dann wurde das Problem lediglich digitalisiert.

Ein gemeinsames System funktioniert erst, wenn alle Beteiligten selbst Informationen eintragen, prüfen und darauf reagieren.

Das gilt auch für Einkaufslisten und Aufgaben-Apps.

Die beste App der Welt hilft wenig, wenn eine Person weiterhin allein dafür zuständig ist, sie zu füttern.

Man sollte nicht erst darüber sprechen, wenn jemand explodiert

Mental Load ist lange unsichtbar.

Deshalb wird darüber häufig erst gesprochen, wenn die Belastungsgrenze erreicht ist.

Dann geht es scheinbar um eine Kleinigkeit.

Eine leere Milchpackung.

Einen vergessenen Elternabend.

Eine herumliegende Tasche.

Und plötzlich entsteht ein Streit, dessen Heftigkeit für den anderen vollkommen unverhältnismäßig wirkt.

„Es geht doch nur um Milch!“

Nein.

Es geht um die vergangenen 873 Dinge, an die dieselbe Person ebenfalls denken musste.

Die Milch hatte lediglich Pech, Nummer 874 zu sein.

Eine Bestandsaufnahme kann unangenehm aufschlussreich sein

Es kann helfen, einmal gemeinsam aufzuschreiben, was tatsächlich organisiert wird.

Nicht nur Putzen, Kochen und Einkaufen.

Auch Versicherungen.

Arzttermine.

Geburtstage.

Urlaubsplanung.

Schulkommunikation.

Reparaturen.

Kleidung.

Familientermine.

Finanzen.

Vorräte.

Plötzlich wird sichtbar, wie viele Aufgaben ein Haushalt eigentlich produziert.

Und manchmal stellt ein Paar dabei fest, dass die vermeintlich faire Verteilung wesentlich weniger fair ist als gedacht.

Manchmal stellt sich auch das Gegenteil heraus.

Gefühl und Realität müssen schließlich nicht immer dasselbe sein.

Das Ziel ist nicht perfekte Gleichheit

Eine Beziehung muss keine mathematisch exakte 50:50-Verteilung erreichen.

Das wäre ohnehin schwierig.

Menschen haben unterschiedliche Arbeitszeiten, Fähigkeiten und Belastungen.

In manchen Phasen übernimmt einer deutlich mehr.

Nach einer Geburt.

Während einer Weiterbildung.

Bei Krankheit.

In beruflich besonders stressigen Monaten.

Fairness bedeutet nicht, jeden Abend zu kontrollieren, ob beide exakt gleich viel geleistet haben.

Fairness bedeutet eher, dass keiner dauerhaft das Gefühl bekommt, allein für das Funktionieren des gemeinsamen Lebens verantwortlich zu sein.

Anerkennung ersetzt keine Entlastung

„Ich weiß wirklich zu schätzen, was du alles machst“ ist schön.

Es kann sogar sehr wichtig sein.

Nur sollte darauf irgendwann noch etwas folgen.

Denn Dankbarkeit macht aus zehn Aufgaben keine fünf.

Ein Blumenstrauß ist nett.

Noch netter kann es sein, wenn jemand von selbst bemerkt, dass am nächsten Morgen ein Kuchen für die Schule gebraucht wird, und sich einfach darum kümmert.

Anerkennung und Verantwortung sind zwei unterschiedliche Dinge.

Am besten gibt es beides.

Mental Load betrifft nicht ausschließlich Frauen

Der Begriff wird besonders häufig im Zusammenhang mit Frauen verwendet, weil traditionelle Rollenverteilungen dazu führen können, dass sie einen großen Teil der familiären Organisationsarbeit übernehmen.

Aber natürlich kann die Verteilung in einer einzelnen Beziehung vollkommen anders aussehen.

Es gibt Männer, die sämtliche Termine, Einkäufe und Familienorganisation im Kopf tragen.

Es gibt gleichgeschlechtliche Paare.

Patchworkfamilien.

Alleinerziehende.

Das eigentliche Problem hat kein Geschlecht.

Es entsteht dort, wo dauerhaft eine Person zum Betriebssystem des gesamten Haushalts wird.

Alleinerziehende kennen eine noch ganz andere Dimension

Wer allein für Kinder und Haushalt verantwortlich ist, kann Mental Load kaum aufteilen.

Es gibt keinen zweiten Erwachsenen, dem man einen kompletten Bereich übergeben kann.

Das zeigt besonders deutlich, wie wertvoll echte Verantwortungsteilung in einer Partnerschaft sein könnte.

Zwei Erwachsene im Haushalt bedeuten schließlich theoretisch zwei Köpfe, die planen können.

Wenn trotzdem einer beinahe alles im Kopf behalten muss, wird ein großer möglicher Vorteil von Partnerschaft schlicht verschenkt.

Man darf Dinge auch unwichtiger werden lassen

Es gibt noch eine andere Möglichkeit, Mental Load zu reduzieren.

Nicht alles muss erledigt werden.

Vielleicht muss nicht jedes Geschenk perfekt sein.

Vielleicht braucht der Urlaub keinen minutiösen Plan.

Vielleicht kann das Kind einmal eine nicht optimal kombinierte Kleidung tragen.

Vielleicht darf zum Abendessen Brot auf dem Tisch stehen.

Manchmal entsteht ein Teil der Belastung aus Ansprüchen, die niemand ausdrücklich verlangt hat.

Das bedeutet nicht, dass Mental Load bloß selbst gemacht wäre.

Aber es kann entlastend sein, gelegentlich zu überprüfen, welche der hundert offenen Aufgaben tatsächlich wichtig sind.

Eine Partnerschaft sollte zwei Erwachsene haben

Vielleicht lässt sich das ganze Thema darauf reduzieren.

In einer Partnerschaft sollte nicht einer Manager und der andere Assistent sein.

Niemand möchte dauerhaft dafür verantwortlich sein, einem erwachsenen Menschen Arbeitsaufträge zu erteilen.

„Bitte denk morgen daran …“

„Kannst du noch …“

„Vergiss nicht …“

Das klingt irgendwann weniger nach Partnerschaft und mehr nach Personalführung.

Viel angenehmer ist das Gefühl, dass jemand anders ebenfalls hinsieht.

Dass man nicht allein daran denken muss.

Dass Dinge erledigt werden, bevor man sie überhaupt ansprechen konnte.

Die schönste Entlastung ist manchmal ein leerer Kopf

Vielleicht lässt sich Mental Load deshalb so schwer erklären, weil Entlastung unsichtbar ist.

Es ist nicht unbedingt die Stunde, die man gewinnt, weil jemand anders einkaufen geht.

Es ist der Moment am Dienstagabend, in dem man auf dem Sofa sitzt und tatsächlich nur die Serie sieht.

Ohne im Hinterkopf die Milch, das Turnzeug, den Geburtstag, den Zahnarzt und den Installateur durchzugehen.

Weil man weiß, dass sich jemand anderes darum kümmert.

Nicht hilft.

Sondern kümmert.

Und wahrscheinlich ist genau dieses Gefühl eine ziemlich gute Definition von geteilter Verantwortung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert